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Es ist ein unglaublich gutes Gefühl im verzaubernden Licht des Südens, vielleicht in Sizilien, Italiens heißem Mezzogiorno, in einem Olivenhain uralten Olivenbäumen gegenüber zu stehen. Zwischen Sonne und Schatten, den silbriggrün schimmernden Blättern und dem knorrigen Holz der Ölbäume spürt man wohligen Schauer. Ruhe und Gelassenheit ergreift uns beinahe augenblicklich. Selbst diese unerschütterlichen, oft Jahrhunderte alten Bäume tragen immer noch unzählige Früchte, aus denen das kostbare Olivenöl gewonnen wird.

Gutes Olivenöl gibt es rund ums Mittelmeer. Aber Italien hat zweifellos mit seiner überaus beliebten cucina italiana am meisten zu der enormen Akzeptanz des so gesunden Olivenöles beigetragen. – Die Olivenöle aus Italien zählen mittlerweile zu den anerkannt besten aus dem gesamten Mittelmeerraum.

OlivenhainSchon die geographische Lage Italiens verspricht hervorragende und ungemein vielfältige Geschmacksrichtungen und Aromen. Über viele Breitengrade und Klimazonen hinweg, angefangen beim Gardasee bis hinunter ins heiße Sizilien im Zentrum des Mittelmeeres haben quasi alle Landschaften Italiens herrliche, ganz verschieden duftende Olivenöle bester Qualität zu bieten.
Ein Eldorado für Liebhaber der mediterranen, der überaus gesunden Mittelmeerküche. Und Italiens Kochrezepte sind es, welche ganz besonders die Leichtigkeit und Frische der Küche Italiens verkörpern. Besonders die lange Küste Italiens begünstigte immer schon die Verwendung frischer, unverfälschter Zutaten. Hier kommen Salate und Gemüse mit Fisch zusammen. Eine geradezu himmlische Kombination. Wenn man sich auf diese Kost einlässt, bringt sie auf natürliche Weise Körper und Geist ins richtige Lot und vermittelt dadurch Lebensqualität und Lebensfreude. Ganz automatisch. Dabei spielt bestes Olivenöl in Italien wie überall am Mittelmeer eine wichtige Rolle.

Man kann die Olivenanbaugebiete Italiens in drei Zonen einteilen. Im Norden, in klimatisch günstigen Gegenden, in denen der Winter in der Regel keinen Frost bringt, werden sanfte, milde und hochgeschätzte Öle gewonnen. Sie stammen aus der Gardaseegegend, Ligurien (Riviera di Ponente), auch ein wenig aus den sonnigwarmen Gebieten Friauls (colli orientali), dem Veneto (Verona und Ostufer Gardasee) und der Romagna (Faenza, Brisighella). Hier im Norden ist die Erntemenge bescheiden gegenüber der Mitte und dem Süden. – Italiens Mitte bietet eine sehr große Palette interessanter Olivenöle. Das seit jeher klassische italienische Olivengebiet Toskana (Florenz, Siena, Lucca, Chianti, Rufino) mit Umbrien (Lago di Trasimeno), Latium (Sabiner Berge, Viterbo, Lago Bolsena), den Marken (Castelli di Jesi, Macerata, Ascoli Piceno), die Abruzzen (Penne, Loreto, Moscufo, Chieti) und auch das kleine Molise (Biverno-Tal, Isernia, Larino) liefern wunderbare Öle, welche die Feinheit der nördlichen und die kraftvolle Note der Olivenöle im Süden Italiens vereinen. –

OlivenbaumDann der Süden. Die Olivenöle des Mezzogiorno sind die Vollblüter unter den italienischen Olivenölen. Wunderbare ausgeprägte Aromen und intensiver Geschmack lassen die unbändige Kraft der südlichen Sonne erahnen. Der wilde und aromatische Duft der Macchia ist überall. Zu uns kommen aus Sizilien (Monti Iblei, Messina, Palermo, Tràpani, Selinunte, Castelvetrano usw.), aus Kampanien (Halbinsel Sorrent), Kalabrien (Piana di Sibari, Castro Villari, Piana dei Crati), der Basilicata (Monte Vulture, Metaponto, Melfi) und natürlich aus Apulien (Olivenhaine quasi überall) hervorragende native Olivenöle extra feinster Qualität. - Eine Ausnahme im Geschmack machen die Olivenöle Sardiniens (Monte Ferru, Sassari, Alghero, Bosa). Die reizvolle Insel zählt ja auch zum geographischen Süden Italiens. Das Klima Sardiniens ist etwas kühler, rauher. Im Gegensatz dazu ist das Olivenöl köstlich mild.

Wenn man bedenkt dass Olivenöl seit Jahrtausenden neben Brot und Wein die Menschen, zumindest rund ums Mittelmeer, als eines der wichtigsten und gesündesten Lebensmittel begleitet hat, kann man sich erst recht in der heutigen Zeit glücklich schätzen, zur Fraktion der Liebhaber des Olivenöls zu gehören. Man fühlt sich als solcher angekommen und zur Natur zurückgekehrt. Natürlich gibt es auch andere gesunde und durch die Möglichkeit einfacherer Massenproduktion wesentlich billigere Pflanzenöle. Aber beim Olivenöl, beim wirklich ursprünglichen Olivenöl, so wie es seit jeher in Italien und allen Mittelmeerländern hergestellt und tagtäglich in den Küchen und zu Tisch verwendet wird, kommen noch die unterschiedlich ausgeprägten, wunderbaren Geruchs- und Geschmacksaromen der verschiedenen Anbaugebiete hinzu. Mit einem guten Olivenöl kann man sich deshalb auf einen Schlag, dem Körper und Geist so wohltuenden mediterranen Lebensgefühl hingeben. Im hektischen Alltag ist diese Fähigkeit sehr kostbar. Noch dazu ist der Genuss von nativem Olivenöl extra durch die Empfehlung der weltweiten, modernen Ernährungswissenschaft bestens legitimiert. Eine Einladung zur Olivenölprobe, im Freundeskreis organisiert, garantiert Geselligkeit und Lebensfreude pur.

Und man kann an dieser Stelle auch auf die Möglichkeit der sparsamen Verwendung von gutem Olivenöl hinweisen. Kalorien bleiben leider auch beim Olivenöl Kalorien. Aber es gibt gerade beim Olivenöl einen einleuchtenden Grund, welcher diese Einsparung ermöglicht. Voraussetzung dazu ist ein erstklassiges natives Olivenöl extra, welches am besten naturbelassen, das heißt naturtrüb ist. Diese Olivenöle sind ungefiltert und enthalten noch feine Bestandteile vom Fruchtfleisch der Olive, welche hervorragende Geschmacksträger sind. Deshalb geben schon geringe Mengen solcher Olivenöle den Gerichten den typischen Geschmack. Zum Braten tut es ein günstiges, wenn auch nicht sortenreines natives Olivenöl genauso, da die Aromen eines Spitzenolivenöles beim Erhitzen sowieso mehr oder weniger verloren gehen. - Aber dann zum Abschmecken kommt vor dem Servieren über das Fleisch, den Fisch, über die Pasta ein klein bisschen vom besten nativen Olivenöl extra, vielleicht mit einer Spur Zitrone. Purer Genuss erwartet sie. Und zu teuer ist bei dieser Art der Verwendung auch ein hochpreisiges, erstklassiges Spitzenölivenöl nicht. Typisch italienische Küche.

OlivenölBei den teureren, oft auch noch sortenreinen nativen Olivenölen extra muss man die meistens schwierigen Bedingungen der Ernte bedenken. Mit Maschinen selten erreichbare Lagen, auch deshalb schon aufwändig handgepflückt, biologischer Anbau, rein mechanische Pressungen und im Vergleich zur Massenware geringe Mengen zeigen jedem Interessierten, dass bei diesen Verhältnissen billige Olivenölherstellung einfach nicht möglich ist. Ausserdem wird bei den Olivenölen der Spitzenklasse auch in Italien generell die Ernte per Hand bevorzugt. Mit dieser mühsamen Methode vermeidet man am besten die absolut unerwünschte Verletzung des Fruchtfleisches der Oliven während der Ernte. An den Quetsch- bzw. Druckstellen vermindert Oxydation bzw. Fermentation sehr schnell die Qualität der Früchte, was unmittelbar auf eine negative Geschmacksveränderung und eine empfindliche Qualitätsminderung hinausläuft.

Das Wissen um Standort, Sorte, Verarbeitung, Qualität, Ort der Pressung und Abfüllung, die Möglichkeit der Zuordnung des Geschmacks macht den höheren Preis dieser wertvollen Olivenöle durch die nachprüfbare Herkunft und der sorgsamen Herstellung wieder wett. - Selbstverständlich werden in Italien und anderswo auch mit modernen Erntemethoden erstklassige Olivenöle erzeugt, aber man muss mit den Maschinen erstmal zu den Olivenbäumen hinkommen, ohne die wertvollen Böden zu malträtieren. -

Die günstigen nativen Olivenöle haben dagegen auf den Etiketten oft den Hinweis ‚Olivenöl aus dem EU-Raum’ oder ähnliches. Angaben über Anbaugebiete oder verwendete Olivensorten fehlen hier natürlich. Diese Olivenöle kommen aus den Anbaugebieten der EU oder auch rund ums Mittelmeer und sind vermischt. So erreicht man große Mengen und damit günstige Abgabepreise. Es gibt also für alle Käufergruppen etwas. Jeder kann nach seinem Gusto.