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Fährverbindungen und Schiffahrt zwischen italienischem Festland und Sizilien. Erreichen Sie mit der Fähre Ihr Ferienhaus in Italien auf einfache Weise.

Eine der Fährverbindungen kennen wir gut. Es ist die Route Genua-Palermo-Genua die von der Fährgesellschaft Grandi Navi Veloci betrieben wird. Sie ist eines der gut geführten Fährunternehmen im Mittelmeer mit modernen Schiffen, durchschnittliches Alter 12 Jahre. GNV stellt sich seit 1997 ununterbrochen im Dreijahres-Intervall den Zertifizierungsnormen ISO9002:94 / ISO9001:2008. Ausserdem ist GNV nach der italienischen Norm RINA und den internationalen Normen SOLAS und MARPOL zertifiziert. Bei den immer wieder auflebenden Diskussionen über die Sicherheit von Fährschiffen sind diese Zertifizierungen beruhigende Qualitätskriterien.

Grandi Navi Veloci FähreWir fahren mit der Excelsior, einem Schiff mit 39777 Bruttoregistertonnen, 200m Länge, 28m Breite und einer Höchstgeschwindigkeit von 24 Knoten von Palermo nach Genua. Kapazität 2253 Passagiere plus 760 Fahrzeuge. Die Excelsior verfügt über 387 Kabinen, 38 Suiten und 4 Kabinen für Reisende mit Handicap.
Wir haben via Internet gebucht und müssen am Pier im Hafen von Palermo nur noch unsere Internettickets in der gegenüberliegenden Biglietteria in Fahrkarten tauschen. Auch wenn man so eine Einschiffung zum ersten Mal macht, klappt alles. Wir beobachten Reisende ohne Italienisch- bzw. Englischkenntnisse, es geht trotzdem bei allen ruckzuck. Ein fragender Blick an einen der vielen Verladearbeiter von GNV genügt und er wird einen freundlich zur Biglietteria weisen. Wieder draußen, sieht man meistens schon eine Warteschlange von PKWs, zu der man mit dem eigenen Wagen aufschließt.
Ab da heißt es warten, wie beim Fliegen soll man ja schon zwei Stunden vor dem Ablegen des Schiffes vor Ort sein. Es wird nicht langweilig, die Atmosphäre des Hafens und all das Geschäftige rund herum wirken wie ein Zeitraffer.
Fähre nach GenuaAbfahrtszeit ist 23.00 Uhr. Eine gute Stunde davor wird es vor uns quirlig, die Autos kommen langsam in Bewegung und schon geht es wie am Schnürchen über metallene Rampen scheppernd in den Schiffsbauch, ein paar Stockwerke nach unten. Wir sind im untersten Deck A, vor dem Maschinenraum und werden auf unseren Stellplatz eingewiesen. Wir stehen mit den Fahrzeugen dicht an dicht, beim Aussteigen heißt es Bauch einziehen um aus den Autos zu kommen, dann geht es im Gänsemarsch und mit Minimalgepäck über abenteuerliche, eiserne Treppenaufgänge durch die Fahrzeugdecks nach oben in die Passagierdecks, man registriert dankbar den Komfort von Teppichboden und Messing in den Gängen.

Ein Hauch von Kreuzfahrt kommt auf, die Ausstattung erinnert etwas an Bilder vom Traumschiff im TV, die Anspannung weicht.
Routiniert und im Schnellverfahren werden beim Check-in die gebuchten Kabinen zugewiesen. Die Organisation funktioniert professionell und unaufgeregt, was wiederum die „Ersttäter“ unter den Passagieren schneller den etwas aufregenden Aufstieg aus den Fahrzeugdecks vergessen lässt.
Wir haben unsere Kabine auf Deck 7 geentert und sind sofort wieder zwecks Erkundung auf den Gängen. Als Abschluss möchten wir uns noch etwas Gutes gönnen und suchen zielstrebig das SB-Restaurant auf, weil wir wissen, dass wir nur noch eine knappe Stunde Zeit haben bis das Ristorante dicht macht.
Nach einer einwandfreien Mahlzeit und mit Rotweinunterstützung gehen wir schlafen. Das leichte Wiegen in den Kojen führen wir natürlich auf etwas Seegang zurück, es geht uns gut.
Am nächsten Morgen treibt uns der Hunger wieder ins Ristorante zum Frühstücksbuffet, wir haben tatsächlich leichten Seegang und bemerken einige Mitreisende, welche das „mal di mare“, die Seekrankheit erwischt hat und sichtbar leiden. Es bildet sich eine „Ameisenstrasse“ zur Kabine des Schiffsarztes auf Deck 8. Aber im Laufe des Tages ist auch dies nur eine Episode.

Fähre Palermo-GenuaIngesamt werden wir 20 Stunden auf der Excelior sein, mit viel Sonne und Kurzweil. An Steuerbord weiß man immer die Küste Italiens, an Backbord zeigt sich gerade die Insel Korsika.
Das Fährschiff ist in Anlehnung an echte Kreuzfahrtschiffe komfortabel ausgestattet, bestückt mit einem „à la carte“ Restaurant, SB-Cafeteria, Snackbar, Shoppingcenter, Pool, Whirlpool, Spielraum für Kinder, Spielhalle, Kongresszentrum, Tagungsräume, Kapelle und Bibliothek.
Abends dann, gegen 19.00 Uhr laufen wir in den Genueser Hafen ein, eine halbe Stunde später haben wir festgemacht. Jetzt geht alles auf Kommando, mit wiederholten Bordansagen in mehreren Sprachen werden wir nacheinander in die verschiedenen Fahrzeugdecks beordert, es gilt in die Autos zu kommen und bei der anschließenden Hektik während der Ausfahrt die Nerven zu behalten. Geschafft!
Wir hatten, ebenfalls über Internet noch ein Zimmer für eine Nacht in der Altstadt von Genua gebucht. Zum Ausklang besuchten wir noch eine kleine Trattoria ums Eck und machten uns anderntags auf den Weg in unsere oberbayerische Heimat.

Als Alternative zum Flug wählen wir manchmal Auto plus Fähre um von München nach Sizilien oder umgekehrt zu kommen. Wobei wir als Süddeutsche wegen der geringen Entfernung zu Italien einen Vorteil bei dieser Art des Reisens haben. Zum Preisvergleich: Mitte Oktober 2012 kostet die einfache Überfahrt für 4 Personen in der Aussenkabine plus ein Auto circa 500 Euro.
Unser Tipp - ruhig mal ausprobieren!